
Tabelle
1: Versuchsdesign
7. 2 Stichprobe 7. 2. 1 Stichprobenrekrutierung Die Probanden wurden über mehrere Pressenotizen angeworben. Auf Anfrage wurden Informationsbriefe versandt, in denen Art, Dauer und Kosten der Behandlung genau beschrieben wurden. 7. 2. 2 Eingangsvoraussetzungen, Zusammensetzung und Umfang der StichprobeVon den insgesamt 149 Klienten wurden 52 im Rahmen
einer vorangegangen Studie zur Gruppenhypnose mit identischen oder
vergleichbaren Therpieelementen (Schlarb & Schweizer, 1999, 2001) behandelt;
hiervon entfallen 40 auf die Gruppenhypnosebedingung und zwölf auf die
Kontrollgruppe. Einzige Eingangsvoraussetzung auf Seiten der Klienten war deren
Wille, das Rauchen zu beenden. Der Stichprobenumfang ging mit 149 Probanden
etwas über den gemäß Cohen für Häufigkeitsdifferenzen
notwendigen Wert von n = 143 bei maximal fünf Freiheitgraden für
mittlere Effektgrößen – ein
Signifikanzniveau von α = 0,05
vorausgesetzt – hinaus. Für die
Berechnung von multiplen Korrelationen oder Varianzanalysen sind nach Cohen
jeweils nur deutlich kleinere Stichprobenumfänge notwendig, sofern
ebenfalls von einer mittleren Effektstärke und und einem Signifikanzniveau
von α = 0,05
ausgegangen wird (Cohen in Bortz & Döring,
2002). Die geringere Anzahl von Probanden in der Kontrollgruppenbedingung kam
dadurch zustande, dass es äußerst schwierig blieb, Personen für
die Nikotinpflasterbehandlung zu finden. Bezüglich der Ungleichverteilung
der Klientenanzahl zwischen Kontroll- und Experimentalgruppe ist außerdem
anzumerken, dass die vorangehende Studie für die Kontrollgruppe nach vier
Wochen eine Abstinenzrate von lediglich 33 Prozent – im Vergleich zu 83
Prozent in der Experimentalgruppe – ergab. Aus ethischen Überlegungen
wurde daher angestrebt, die deutlich weniger erfolgsversprechende
Kontrollgruppenbehandlung bei nicht mehr Klienten als notwendig
durchzuführen, obwohl die methodische Aussagekraft der Studie dadurch etwas
leidet.
7. 2. 3 Beschreibung der StichprobeVon den insgesamt 149 Teilnehmern waren 74 weiblich
und 75 männlich.
Gemäß dem FTND waren: 19 Prozent psychisch-, aber nicht nikotinabhängig (Score 0 – 2) 21 Prozent nicht zuzuordnen (Score 3 – 4) 60 Prozent nikotinabhängig (Score 5 – 10) Die Klienten rauchten – bei einer Spanne von acht bis 80 – durchschnittlich 27,77 Zigaretten pro Tag; in der Kontrollgruppe mit 27,50 Zigaretten täglich unwesentlich weniger als in der Experimentalgruppe mit durchschnittlich 28,04 Zigaretten pro Tag. 89 Prozent der Klienten hatten schon mindestens einen Abstinenzversuch hinter sich. Bezüglich keiner der oben erwähnten Variablen gab es signifikante Unterschiede zwischen Kontroll- und Experimentalgruppe, der Gruppen- und der Einzelbehandlung oder zwischen den Klienten, die im Rahmen der vorangehenden beziehungsweise der vorliegenden Studie behandelt wurden. 7. 3 Behandlungsablauf Experimentalgruppe I – Gruppenhypnose: In der Gruppenhypnose trafen sich sechs Teilnehmer mit
zwei Therapeutinnen zu fünf 90 – 120-minütigen Gruppensitzungen.
Dabei wurden zunächst im Vorgespräch die Motivation abgeklärt,
Nikotinpflaster verteilt, das Blatt mit den “Tipps & Tricks”
besprochen, die Prinzipien der Klinischen Hypnose erläutert und die
Patenschaften initiiert.
Die drei Hypnosesitzungen folgten mit
wöchentlichen Abstand und hatten jeweils unterschiedliche Themen zum
Inhalt:
Sitzung 1: Vertrauen in die Behandlung und die eigenen Ressourcen aufzubauen
Sitzung 2: Bearbeitung von Ambivalenzen im Zusammenhang mit dem Abstinentwerden Die Raucherseite zur Koalition bewegen, damit keine
„Untergrundorganisation“ aus dem unbewußten Wunsch, weiter zu
rauchen, entsteht. Versuch, die Raucher- und die Nichtraucherseite –
welche beide im Grunde genommen etwas Gutes für den Klienten wollen- zu
integrieren.
Sitzung 3: Endgültiger Abschied von der Zigarette und Rückfallprophylaxe
Es folgte eine Katamnesesitzung nach 3 Monaten, in deren Rahmen nochmals eine Entspannungstrance durchgeführt und in der Zwischenzeit aufgetretene Probleme besprochen wurden. Experimentalgruppe II – Einzelhypnose: Die Einzelsitzungen entsprachen inhaltlich und bezüglich des Ablaufs den Gruppensitzungen; allerdings reduzierte sich die Sitzungsdauer durch den Wegfall des Gruppengesprächs auf fünf 60-minütige- Einzelsitzungen mit einer Therapeutin und es wurden keine Patenschaften gebildet. Kontrollgruppe: Die Kontrollgruppe traf sich in Gruppen mit etwa zehn Teilnehmern und bekam alle Elemente (VT, Nikotinpflaster und CO- Messung) außer der Hypnose. Durch deren Wegfall wurden hier nur zwei 120-minütige Sitzungen im Abstand von drei Monaten durchgeführt. 7. 4. 1 AnmeldebogenDer Bogen wurde entwickelt, um bereits vor dem ersten
persönlichen Klientenkontakt die folgenden Informationen erheben zu
können:
Datenerhebung im Anmeldebogen: 1. Demographische Variablen
2. Aktuelles Rauchverhalten (FTND, siehe
unten)
3. Beginn und Dauer des Rauchens 4. Art und Dauer bisheriger Abstinenzversuche 5. Bevorzugte Rauchsituationen 6. Zuversichtlichkeit, in bestimmten Situationen abstinent bleiben zu können 7.
Aufhörmotivation
8. Soziale Unterstützung bezüglich des Abstinenzvorhabens 7. 4. 2 Fagerström Test Nicotine Dependence: FTNDDer FTND ist ein Instrument zur Bestimmung des Grades
der Nikotinabhängigkeit von Rauchern (Heatherton, Fagerström et al.
1991). Die sechs Items wurden für die vorliegende Untersuchung in den
Anmeldebogen integriert.
Die Items des FTND: 1. Wann nach dem Aufwachen rauchen Sie Ihre erste Zigarette? 2. Finden Sie es schwierig, an Orten, wo das Rauchen verboten ist, das Rauchen sein zu lassen? 3. Auf welche Zigarette würden Sie nicht verzichten wollen? 4. Wieviel Zigaretten rauchen Sie im allgemeinen pro Tag? 5. Rauchen Sie am Morgen im allgemeinen mehr als am Rest des Tages? 6. Kommt es vor, dass Sie rauchen, wenn Sie krank sind und tagsüber im Bett bleiben müssen? Die einzelnen Items sind unterschiedlich gewichtet; insgesamt ergibt sich ein Summenscore von null bis zehn. Die Konsumhöhe und der Zeitraum zwischen Erwachen und erster Zigarette liefern 66 Prozent des möglichen Gesamtscores. Fagerström hat die Summenscores folgendermaßen gruppiert (Schoberberger, 1972): • FTND-Score 5 – 10: Nikotinabhängig • FTND-Score 3 – 4: Nicht entscheidbar, ob psychisch- oder nikotinabhängig • FTND-Score 0 – 2: Psychisch-, aber nicht nikotinabhängig 7. 4. 3 Symptom-Checkliste von Derogatis: SCL-90-R Die heute gültige Form des SCL-90-R wurde 1977 von Derogatis (Derogatis, 1977) an einer Stichprobe von 1002 ambulanten Psychiatriepatienten entwickelt. Der Test bietet einen Überblick über die psychische Symptombelastung der Person in Bezug auf neun Skalen und drei globale Kennwerte. 7. 4. 4 Creative Imagination Scale: CISZur Überprüfung der Suggestibilität
wurde die CIS von Wilson (1976) und Barber (1978) verwendet. Die Skala besteht
aus zwei motorischen und acht kognitiven Items, deren Inhalt sich die Klienten
vorzustellen angewiesen werden.
7. 4. 5 Allgemeine Depressions Skala: ADSDer Fragebogen (Hautzinger & Bailer, 1992) stellt
ein an repräsentativen Stichproben normiertes Selbstbeurteilungsinstrument
zur Erfassung des Vorhandenseins und der Dauer von Beeinträchtigungen durch
depressive Affekte, körperliche Beschwerden, motorische Hemmung und
negative Denkmuster dar.
7. 4. 6 State-Trait-Ärgerausdrucks-Inventar: STAXIDer Fragebogen von Schwenkmezger, Hodapp
(Schwenkmezger et al., 1992) ist ein kurzes und ökonomisches Verfahren zur
Erfassung von Ärger und Ärgerausdruck. Die Skala basiert auf der
gleichnamigen amerikanischen Fassung, dem State-Trait-Anger-Expression-Inventory
(Spielberger, 1988), stellt jedoch nicht eine einfache Übersetzung der
Orginalitems, sondern eine Neuentwicklung unter Ausweitung des
ursprünglichen Itempools dar. Hierfür wurde der Test um für die
der deutschen Sprache spezifischen Beschreibungen von Ärger und
Ärgerausdruck erweitert und eine bevölkerungsrepräsentative
Normierung durchgeführt.
7. 4. 7 ProtokollbogenUm insbesonders bei den Gruppenbehandlungen die
Protokollführung zu erleichtern, wurde ein Formblatt entwickelt, in welches
neben Namen und Codenummer der Klienten deren Konsumhöhe und
Kohlenmonoxidwerte zu den fünf Meßzeitpunkten, die erfolgte
Rückgabe der Tests und Vergabe beziehungsweise Nutzung der Nikotinpflaster
vermerkt wurden.
7. 4. 8 Klienten-FeedbackbogenNach jeder Hypnosesitzung füllten die Klienten
einen Rückmeldungsbogen aus. Dieser diente nicht in allen Teilen der
statistischen Auswertung, sondern sollte vorrangig den Therapeutinnen die
Möglichkeit geben, ein Feedback der Klienten über ihre Befindlichkeit
zu erhalten.
Intention dabei war, auf der Basis dieser zusätzlichen Informationen das weitere therapeutische Vorgehen optimal auf die Bedürfnisse des jeweiligen Klienten abstimmen zu können. Der Rückmeldungsbogen enthält Fragen über die Bereiche: 1. Rauchverhalten 2. Motivationale Lage bezüglich des Abstinenzvorhabens 3. Behandlung allgemein 4. Hypnose (nur in der Experimentalgruppe) 5. Allgemeine Befindlichkeit (fokussiert werden hier die Bereiche Depression und Aggressivtät) 7. 4. 9 TherapeutenfragebogenNicht für die statistische Auswertung sondern
ausschließlich als Instrument der therapeutischen Reflexion verwendet
wurde der Therapeutenfragebogen, der von den Therapeutinnen nach jeder Sitzung
ausgefüllt wurde. Der Bogen erfragt die von therapeutischer Seite
wahrgenommenen hypnotischen Reaktionen beim Klienten und den Rapport
während der vorangegangen Sitzung:
• Ausmaß der
Amnesie
• Abwesender
Eindruck
• War entspannt • Katalepsie, motorische Reaktionen • Trancetiefe gesamt • Guter Rapport • Hat sich gut aufgehoben gefühlt • Sitzung hat Klient befriedigt Die Beantwortung erfolgte auf einer 10-Punkte-Skala: Eins entspricht dabei einer sehr geringen, zehn einer sehr hohen Ausprägung des Merkmals. 7. 4. 10 Veränderungsfragebogen des Erlebens und Verhaltens: VEVDer VEV wurde 1978 von Zielke & Kopf-Mehnert
entwickelt. Er dient dazu, Stärke und Richtung der Veränderung von
Verhalten und Erleben bei Klienten nach Beendigung einer Therapie zu
messen.
7. 4. 11 KatamnesebogenAlle Klienten füllten bei der Katamnesesitzung
einen kurzen Katamnesebogen aus.
Dieser enthält Fragen über die Bereiche: 1. Gegenwärtiges Rauchverhalten 2. Motivationale Lage bezüglich des Abstinenzvorhabens 3. Einschätzung und Nutzung der unterschiedlichen Behandlungsbausteine 7. 5 Zeitlicher Ablauf der Datenerhebung
8. 1 Haupthypothese I: Hypnosetherapie versus KontrollgruppenbehandlungInnerhalb der Experimentalgruppe waren beim
Katamnesetermin nach drei Monaten 66,3 Prozent abstinent im Vergleich zu nur
27,3 Prozent Abstinenten in der Kontrollgruppe. Zum Zeitpunkt der
Zwölf-Monats-Katamnese waren 48,1 Prozent der Teilnehmer der
Experimentalgruppe und 22,6 Prozent der Probanden der Kontrollgruppe abstinent.
Die folgende Tabelle stellt dieses wichtige Ergebnis der Studie
dar.
Tabelle 2: Abstinenzraten in der
Experimental- und Kontrollgruppe bei der Drei- und
Zwölf-Monats-Katamnese
Im Chi-Quadrat-Test erwies sich die
Unterschiedlichkeit der Abstinenzraten zwischen Experimental- und Kontrollgruppe
bei der Drei-Monats-Katamnese als signifikant (chi² = 15,02 df = 1, p =
0,000). In der Hypnosegruppe war zu diesem Zeitpunkt demnach der Anteil an
Abstinenten signifikant höher als in der Kontrollgruppe.
Für die Zwölf-Monats-Katamnese belegte der Chi-Quadrat-Test ebenfalls signifikante Unterschiede der Raten von Experimental- und Kontrollgruppe: (chi² = 5,93 df = 1, p = 0,015): Auch nach zwölf Monaten war in der Hypnosegruppe der Anteil an Abstinenten signifikant höher als in der Kontrollgruppe. Die folgende Graphik veranschaulicht diese Ergebnisse: Graphik 1: Abstinenzraten in der Experimental- und Kontrollgruppe bei der Drei- und Zwölf-Monats-Katamnese 8. 2 Haupthypothese II: Einzel- versus GruppenbehandlungVon den Klienten der Gruppenbehandlung waren beim
Katamnesetermin nach drei Monaten 54,5 Prozent abstinent im Vergleich zu 59,5
Prozent Abstinenten in der Einzelbehandlung, während bei der
Zwölf-Monats-Katamnese von den in der Gruppe behandelten Personen 42,5
Prozent und im Einzelsetting 35,7 Prozent abstinent waren. Die folgende Tabelle
stellt diese Ergebnisse dar.
Tabelle 3: Abstinenzraten in der Gruppen- und
Einzelbehandlung bei der Drei- und Zwölf-Monats-Katamnese
Im Chi-Quadrat-Test erwies sich die Unterschiedlichkeit der Abstinenzraten zwischen Gruppen- und Einzelbehandlung nach drei Monaten als nicht signifikant (chi² = 0,26, df = 1, p = 0,613). Für die Zwölf-Monats- Katamnese ergab der durchgeführte Chi-Quadrat-Test folgende Werte: chi² = 0,39, df = 1, p = 0,529. Auch bei der Zwölf-Monats-Katamnese ist also davon auszugehen, dass die Abstinenzraten von Gruppen- versus Einzelbehandlung sich nicht signifikant unterscheiden. Gemäß Erdfelder und Mausfeld (1996) kann demnach davon ausgegangen werden, dass die Abstinenzraten von Gruppen- versus Einzelbehandlung sich nicht signifikant unterscheiden. Die folgende Graphik veranschaulicht obige Ergebnisse: Graphik 2: Abstinenzraten in der Gruppen-
und Einzelbehandlung bei der Drei- und
Zwölf-Monats-Katamnese
8. 3 SuggestibilitätDie Mittelwerte der Zigarettenreduktion in
Abhängigkeit von der Suggestibilität (mit Mediansplit gerechnet)
stellten sich wie folgt dar: Die überdurchschnittlich suggestiblen Personen
reduzierten ihren Konsum um durchschnittlich 26,60 Zigaretten (s = 12,97),
während die unterdurchschnittlich Suggestiblen nur um 9,43 Zigaretten (s =
12,66) täglich reduzierten. Ein t-Test für unabhängige
Stichproben zeigte, dass damit die überdurchschnittlich suggestiblen
Klientinnen im Vergleich zu den unterdurchschnittlich Suggestiblen ihren Konsum
signifikant deutlicher reduzierten (t = 5,90, df = 74, p = 0,000).
8. 4 Abstinenztage76,7 Prozent der bei der
Katamnese Abstinenten hatten die beiden Abstinenztage vor Behandlungsbeginn
durchgehalten, ohne zu rauchen, im Vergleich zu nur 26,3 Prozent Abstinenten in
der Gruppe derer, die die Abstinenzzeit vor Behandlungsbeginn nicht einhielten.
Tabelle 4 stellt diesen Zusammenhang dar.
Tabelle 4: Einhaltung der Abstinenztage vor
Behandlungsbeginn und spätere Abstinenz
Der Chi-Quadrat-Test ergab einen signifikanten
Unterschied der Abstinenzraten zum Katamnesezeitpunkt zwischen denjenigen, die
die Abstinenzzeit zu Beginn eingehalten hatten, und solchen Teilnehmern, bei
denen das nicht der Fall gewesen war (chi² = 17,13, df = 1, p = 0,000).
8. 5 NikotinpflasterUm eine mögliche
Unterschiedlichkeit in der Konsumhöhe zwischen Personen in der
Hypnosegruppe, die Nikotinpflaster verwendeten, solchen, die die
Hypnosebehandlung durchliefen, ohne Pflaster zu benutzen und den Klienten der
Kontrollgruppe, die Nikotinpflaster, aber keine Hypnose bekamen, zu belegen,
wurde eine 2-faktorielle
Varianzanalyse für die abhängige Variable
„Konsumhöhe“ mit dem Meßwiederholungsfaktor
„Zeit“ in den drei Stufen „Behandlungsbeginn“,
„Drei-Monats-Katamnese“ und
„Zwölf-Monats-Katamnese“ und den zwischen den Versuchspersonen
variierenden Faktoren „Hypnose und Pflaster“, „Hypnose
ohne Pflaster“ und „nur Pflaster“
(Kontrollgruppenbehandlung) gerechnet; siehe dazu die folgenden
Tabellen.
Tabelle 5: Konsumhöhe von
Hypnosebehandelten, die Pflaster verwenden, Hypnosebehandelten, die keine
Pflaster verwenden und Probandinnen der Kontrollgruppe (nur Pflaster) bei
Behandlungsbeginn, Drei- und Zwölf-Monats-Katamnese. Die
Versuchspersonenanzahlen betragen jeweils n = 41 für die Hypnose &
Pflasterbedingung, n = 5 für die Nur-Hypnosebedingung und n = 22 für
die Nur-Pflasterbedingung
Tabelle 6: Ergebnisse der ANOVA für die
abhängige Variable „Konsumhöhe“ mit dem
Meßwiederholungsfaktor „Zeit“ und dem zwischen dem
Versuchspersonen variierenden Faktor „Behandlungsart in Verbindung mit der
Pflasterverwendung“. Die Fehlervarianz beträgt
65.
Die varianzanalytische Auswertung belegte signifikante Ergebnisse sowohl für die beiden Haupteffekte „Zeit“ und „Behandlungsform“ als auch für deren Wechselwirkung. Die folgende Graphik veranschaulicht die Ergebnisse: Die Konsumhöhe sinkt in der Hypnosebehandlung sowohl mit als auch ohne Pflaster bis zur Drei-Monats-Katamnese etwa gleich stark ab, während in der Kontrollgruppe deutlich weniger reduziert wird. Bis zur Zwölf-Monats-Katamnese steigt der Konsum in der Gruppe, die Hypnose in Verbindung mit Pflastern bekam, jedoch wieder an, während er in der Nur-Hypnosbedingung konstant bleibt. Graphik 4: Konsumhöhe und
Pflasterverwendung
Weiter wurde ein t-Test für unabhängige Stichproben für die beiden Gruppen Hypnose mit und Hypnose ohne Pflaster und die abhängige Variable Konsumhöhe gerechnet. Die Ergebnisse sprachen nicht für signifikante positive Effekte der Pflasterverwendung, zeigten sich dabei jedoch teilweise inkonsistent mit denen der Varianzananalyse, was vor allem mit den stark unterschiedlichen Konsummittelwerten zum Zeitpunkt der Zwölf-Monats-Katamnese zusammenhängen dürfte. Siehe dazu die folgende Tabelle:
Tabelle 7: Ergebnisse der t-Tests zum
Vergleich der Konsumhöhe von Pflasterverwendern und Nichtverwendern
innerhalb der Hypnosegruppe
bei Behandlungsbeginn, nach drei und zwölf Monaten Wie die Differenz in der Konsumhöhe zwischen
Personen der Hypnosebehandlung mit beziehungsweise ohne Pflasterverwendung bei
der Zwölf-Monats-Katamnese einzuschätzen ist, läßt sich
anhand des vorhandenen Datenmaterials nicht abschließend beurteilen.
8. 6 RauchverhaltenDie Reduktionsmittelwerte von Personen, die schon
Aufhörversuche hinter sich hatten und solchen, die noch nie versucht
hatten, aufzuhören, unterschieden sich im t-Test für unabhängige
Stichproben signifikant (t = 2,16, df = 78, p = 0,033): Wer früher bereits
versucht hatte, das Rauchen zu beenden, reduzierte im Mittel um 19,76 Zigaretten
(s = 15,22) im Vergleich zu nur 7,75 Zigaretten Reduktion bei denen, die
erstmals eine Entwöhnungsversuch machten (s = 10,71).
Keine signifikanten Ergebnisse hingegen erbrachten die t-Tests für unabhängige Stichproben beim Vergleich von Einstiegsalter, Anzahl der als Raucherin verbrachten Jahre und der bisherigen Aufhörversuche zwischen bei der Katamnese abstinenten und nicht abstinenten Personen. Siehe dazu auch die folgende Tabelle:
Tabelle 8: Ergebnisse der t-Tests zum
Vergleich von Einstiegsalter, Rauchdauer und Anzahl bisheriger
Aufhörversuche von bei der Katamnese Abstinenten und nicht
Abstinenten
Die Verteilung der Abstinenz in Relation zur Art der Abhängigkeit stellt die folgende Tabelle dar:
Tabelle 9: Art der Abhängigkeit und
Abstinenz
Der durchgeführte Chi-Quadrat-Test zeigte, dass es keine signifikanten Unterschiede in den Abstinenzraten der körperlich versus der psychisch Abhängigen gab (chi² = 0,41, df = 1, p = 0,52). Bezüglich der Konsumhöhe zu Behandlungsbeginn zeigten sich im t-Test für unabhängige Stichproben keine Unterschiede zwischen bei der Katamnese abstinenten und nicht abstinenten Klientinnen (t = -0,85, df = 77, p = 0,398): Die später Abstinenten rauchten vor der Therapie durchschnittlich 26,61 Zigaretten täglich (s = 12,98); während diejenigen, die bei der Katamnese noch oder wieder rauchten, zu Beginn im Mittel 29,21 Zigaretten täglich konsumiert hatten (s = 14,22). 8. 7 Demographische VariablenIm Chi-Quadrat-Test zeigte sich für keine der
untersuchten demographischen Variablen ein Zusammenhang mit der Abstinenz zum
Katamnesezeitraum. Untersucht wurden dabei die Variablen Geschlecht, Alter,
Familienstand, Schulabschluß, Berufsausbildung und Erwerbstätigkeit.
Da die Signifikanz-Werte dabei durchgängig größer als 0,2 waren,
kann davon ausgegangen werden, dass das Programm unabhängig von allen
untersuchten demographischen Variablen gleich erfolgreich angewendet werden
kann.
8. 8 Allgemeine Veränderungen81,8 Prozent der bei der Katamnese Abstinenten, aber
nur 40 Prozent der nicht Abstinenten gaben an, Rituale oder spezielle
Verhaltensweisen entwickelt zu haben, um sich selbst vom Rauchen abzuhalten. Der
Chi-Quadrat-Test zeigte, dass dieser Unterschied signifikant war (chi² =
10,02, df = 1, p = 0,002). Siehe dazu auch Tabelle 10.
Tabelle 10: Entwicklung von Ritualen und
Abstinenz
8. 9 TherapeutenvariableDer t-Test für unabhängige Stichproben ergab
keinen Unterschied bezüglich der Reduktionsraten in Abhängigkeit von
der jeweils behandelnden Therapeutin (M = 16,12 versus 17,52, s = 17,64 versus
11,73, t = -0,315, df = 58, p = 0,754). Gemäß Erdfelder und Mausfeld
kann hier also davon ausgegangen werden, dass die Klienten bei den beiden
Therapeutinnen nicht unterschiedlich erfolgreich waren.
8. 10 Psychische Symptombelastung, Ärger und Depression8. 10. 1 Symptom-Checkliste von Derogatis:
SCL-90-R
Im t-Test für unabhängige Stichproben zur
Erhebung möglicher Unterschiede im SCL-90-R zwischen bei der Katamnese
Abstinenten versus nicht Abstinenten zeigten sich folgende signifikante
Ergebnisse: Bei der Katamnese abstinente Teilnehmer hatten im Vergleich zu den
nicht abstinenten bei Behandlungsbeginn signifikant geringere t-Werte in den
Skalen Depression, Ängstlichkeit und der globalen psychischen Belastung,
außerdem einen signifikant geringeren Roh-Wert in der Skala für
phobische Angst. Im t-Test für eine Stichprobe zum Vergleich mit der
Eichstichprobe des SCL-90-R ergaben sich keine signifikanten
Unterschiede.
8. 10. 2 State-Trait-Ärgerausdrucks-Inventar: STAXIBezüglich des Vergleichs der STAXI-Werte zwischen
Abstinenten und nicht Abstinenten belegte der t-Test für unabhängige
Stichproben signifikant geringere Wert der Abstinenten in der
Ärger-Dispositions-Skala bei Messung bei Behandlungsbeginn und bei der
Katamnese. Die Abstinenten erfuhren demnach weniger Ärger und fühlten
sich seltener ungerecht behandelt oder Frustrationen ausgesetzt. Weiter
unterschieden sich die Mittelwerte bezüglich der
Ärger-Reaktions-Skala, einer Unterskala der oben erwähnten
Ärger-Dispositionsskala, jedoch nur bei der Katamnesemessung: Zum ersten
Meßzeitpunkt zeigte sich hier noch kein signifikanter Unterschied. Bei der
Katamnese waren die Abstinenten signifikant weniger empfindlich gegenüber
Kritik, wahrgenommener Abwertung und negativer Bewertung durch andere,
während sie sich bei Behandlungsbeginn von den später nicht
Abstinenten diesbezüglich noch nicht signifikant unterschieden.
Hier ergaben sich außerdem bei den Abstinenten signifikante Unterschiede im t-Test für abhängige Stichproben bezüglich der Mittelwerte der Ärger-Zustands-Skala der Messung bei Behandlungsbeginn im Vergleich zur Katamnesemessung: Zum Meßzeitpunkt zwei (M = 13,76, s = 5,07) erlebten die Abstinenten signifikant intensivere Ärgergefühle als zum Meßzeitpunkt eins (M = 11,70, s = 3,33), während dies bei den nicht abstinenten nicht der Fall war (M = 13,37, s = 3,99 für t2 und M = 12,04, s = 2,60 für t1). Der t-Test erbrachte für die Gruppe der Abstinenten einen Wert von t = -2,376 mit df = 36 und p = 0,023. Im t-Test für eine Stichprobe zum Vergleich mit der Eichstichprobe des STAXIs ergaben sich folgende Ergebnisse: Zum Meßzeitpunkt bei Behandlungsbeginn hatten die hier behandelten Personen, und zwar insbesonders die später nicht Abstinenten sowie Frauen, signifikant höhere Mittelwerte in der Ärger-Reaktions-Skala als die Eichstichprobe. Die Probanden waren also gegenüber Kritik, wahrgenommener Ablehnung und negativer Bewertung durch andere besonders empfindlich und erlebten unter solchen Umständen intensive Ärgergefühle. Gleichzeitig hatten die Klienten signifikant höhere Werte als die Eichstichprobe in der Ärgerkontroll-Skala, hier waren insbesonders Männer und die später Abstinenten betroffen. Dieser Personenkreis wendete demnach viel Energie zur Steuerung und Kontrolle von Emotionen in ärgerprovozierenden Situationen auf. Bei der Katamnesemessung hatten sich die oben beschriebenen Befunde bezüglich des Umgangs mit Ärgergefühlen verändert: In der Ärgerreaktions-Skala ergab sich nun nur noch für abstinente Personen ein diesmal jedoch deutlich erhöhter Mittelwert. In der Ärger-Kontrollskala hatten die Männer signifikant niedrigere Werte als die Eichstichprobe, schienen also Ärgergefühle nun weniger zu kontrollieren. Die Frauen dagegen erreichten extrem hohe Werte in der Skala für nach innen gerichteten Ärger. Sie erlebten demnach zwar oft Ärger, zeigten dies aber nicht nach außen, sondern unterdrückten die Ärgergefühle, anstatt sie physisch oder verbal abzureagieren. Dementsprechend hatten die Klientinnen bei der Katamnese außerdem signifikant niedrigere Werte als die Eichstichprobe in der Skala für nach außen gerichteten Ärger. Sie äußerten demnach ihren Ärger gegenüber anderen Personen oder Objekten seltener in aggressiver Weise. 8. 10. 3 Allgemeine Depressions Skala: ADS Im Ausmaß der Depressivität ließen
sich weder bei der Messung bei Behandlungsbeginn noch bei der Katamnese zwischen
Abstinenten und nicht Abstinenten signifikante Unterschiede im Vergleich mit der
Eichstichprobe feststellen.
9 Diskussion9. 1 Interpretation der
Ergebnisse
Die Abstinenzquoten von 66,3 Prozent nach drei und 48,1 Prozent nach zwölf Monaten in der Experimentalgruppe im Vergleich zu nur 27,3 Prozent nach drei, beziehungsweise 22,6 Prozent nach zwölf Monaten in der Kontrollgruppe sprechen für eine signifikante Überlegenheit der hypnotherapeutischen Vorgehensweise gegenüber der Nikotinpflasterbehandlung mit verhaltenstherapeutischen Elementen. Signifikante Unterschiede zwischen Kontroll- und Experimentalgruppe zeigten sich auch in der Reduktion des Konsums und der Werte im FTND; auch hier erwies sich die hypnotherapeutische Behandlung als erfolgreicher als die der Kontrollgruppe. Dies steht im Widerspruch zu den Aussagen Stumpfes (1990), der von einer vergleichbaren Effizienz der verschiedenen Verfahren zur Raucherentwöhnung bei Erfolgsraten von etwa 30 Prozent ausgeht, oder Hausteins (2001), der der Hypnotherapie in diesem Bereich keine wesentlichen Erfolge zuschreibt. Als aus hypnotherapeutischer Sicht erfreulich zu bewerten sind diese Ergebnisse insbesonders auch deshalb, weil sich die erwähnten Zahlen auch bei einer konservativen Betrachtungsweise unter Berücksichtigung der Drop-outs nicht wesentlich verschlechtern (58 Prozent nach drei beziehungsweise 39 Prozent Abstinente nach zwölf Monaten in der Experimentalgruppe versus 21 beziehungsweise 16 Prozent in der Kontrollgruppe) und außerdem anhand der Kohlenmonoxidwerte der Klienten operationalisiert wurden. Die Ergebnisse zum Gruppen- versus Einzelbehandlungssetting belegten keine signifikant besseren Ergebnisse für die Einzelbehandlung: Von den in der Gruppe behandelten Klienten waren nach drei Monaten 55 Prozent und nach zwölf Monaten 43 Prozent abstinent, im Einzelsetting waren es 60 beziehungsweise 36 Prozent. Zu keinem Meßzeitpunkt erwies sich die Unterschiedlichkeit in den Abstinenzraten als signifikant, ebenso wenig ergab sich ein Unterschied in der Reduktion der FTND-Werte oder der Konsumhöhe zwischen Gruppen- und Einzelbehandlung. Auffällig ist jedoch, dass in der Einzelbehandlung die Abstinenzrate bei der Drei-Monats-Katamnese höher war als in der Gruppenbehandlung, und hier für die Differenz der Konsumhöhe ein fast signifikanter Wert zustande kam, dann jedoch steiler abfiel als in der Gruppenbehandlung und nach zwölf Monaten einen niedrigeren Wert als den der Gruppe erreichte. Eine mögliche Erklärung hierfür wäre, dass die Klienten im Einzelsetting eine stärkere Bindung an „ihre“ Therapeutin entwickeln und daher im Sinne einer sozialen Erwünschtheit möglichst versuchen, bis zur Katamnese abstinent zu bleiben, danach jedoch, da dieser Motivator anschließend nicht mehr vorhanden ist, rückfällig werden, während die Teilnehmer der Gruppenbehandlung von Anfang an mehr auf ihre intrinsische Motivation angewiesen sind und daher auch nach dem Katamnesetreffen keinen Einbruch erleben. Letztlich kann darüber, wie dieses Ergebnis zu interpretieren ist, jedoch nur spekuliert werden, da in der bisherigen Forschung derartige Befunde keine Erwähnung finden: Festzuhalten bleibt jedoch, dass die vorliegende Studie keine Hinweise dafür erbringt, dass eine Behandlung im Einzelsetting der Gruppenbehandlung langfristig überlegen ist. Dies widerspricht auf den ersten Blick der vorherrschenden Meinung in der Literatur, welche meist von einer höheren Effizienz des Einzelsettings ausgeht; allerdings wird hier häufig Gruppenbehandlung mit vollständig standardisierten Suggestionen gleichgesetzt und übersehen, dass Gruppensetting und individualisiertes Vorgehen sich nicht ausschließen müssen. Angesichts der Millionen potentiell entwöhnungswilliger Raucher ist die hier belegte Gleichrangigkeit der Gruppenbehandlung im Vergleich zum Einzelsetting ein überaus positives Ergebnis. Das Ergebnis, dass das Ausmaß der Zigarettenreduktion im Zusammenhang mit der Suggestibilität der Probanden stand (die überdurchschnittlich Suggestiblen reduzierten ihren Konsum signifikant deutlicher), entspricht der Tatsache, dass laut modernen Hypnosetheoretikern eine Hypnosebehandlung nur wirksam werden kann, wenn die betreffende Person ausreichend suggestibel ist: Dies wurde auch im Bereich der Raucherentwöhnung bereits verschiedentlich gezeigt: Der hier gefundenen Zusammenhang des Erfolgs mit der Suggestibilität spricht außerdem dafür, dass die Klienten der Hypnosebehandlung auch tatsächlich eine solche erfahren haben. Gerl und Freund (1999) halten die beiden Abstinenztage, die die Klienten vor der ersten Hypnosesitzung einzuhalten haben, einerseits für aussagekräftige Prädiktoren hinsichtlich der längerfristigen Abstinenz und andererseits für ein wichtiges Instrument zur Motivationsüberprüfung. Ihrer Meinung nach ist eine Therapie wenig sinnvoll, wenn der Klient nicht in der Lage ist, während der beiden Abstinenztage „rauchfrei“ zu bleiben. Die vorliegende Untersuchung stützt diese Ansicht insofern, als sich signifikante Unterschiede in den Abstinenzraten zum Katamnesezeitpunkt zwischen Klienten, die die zwei Tage durchgehalten hatten, und solchen, die es nicht geschafft hatten, zeigten: Letztere waren signifikant seltener abstinent. Wer die zweitägige Abstinenzzeit nicht durchgehalten hatte, brach die Behandlung zudem auch häufiger ab. Das Durchhalten der Abstinenzzeit ist insofern ein Prädiktor für den Behandlungserfolg. Allerdings waren immerhin 26,3 Prozent derer, die die Abstinenztage nicht durchgehalten hatten, bei der Katamnese abstinent. Davon, dass eine Behandlung bei nicht durchgehaltenen Abstinenztagen in jedem Fall aussichtlos sei, kann nach diesen Befunden also nicht ausgegangen werden. Interessant waren die Ergebnisse zur Nikotinpflasterverwendung: Bei der Drei-Monats-Katamnese rauchten die Klienten, die die Hypnosebehandlung ohne Pflaster durchlaufen hatten, etwa gleich viel wie diejendigen, die zusätzlich Pflaster verwendeten, während die in der Kontrollgruppe (also mit Pflaster, aber ohne Hypnose) Behandelten deutlich mehr rauchten. Die Tatsache, dass das Nikotinpflaster die Wirksamkeit der Hypnose nicht zusätzlich steigerte, widersprach bereits den Erwartungen: Noch inkonsistenter mit bisherigen Befunden war jedoch die Tatsache, dass bis zur Zwölf-Monats-Katamnese die Klienten der Nur-Hypnose-Gruppe ihren Konsum nicht mehr steigerten, die Klienten, die zusätzlich Pflaster verwendet hatten, ihren Konsum jedoch mehr als verdoppelten. Die vorliegenden Ergebnisse widersprechen damit der vorherrschenden Meinung vom positiven Effekt des Nikotinpflasters (zum Beispiel Haustein, 2001). Zum Rauchverhalten vor der Behandlung wurde folgendes festgestellt: Personen, die schon Aufhörversuche hinter sich hatten, reduzierten ihren Konsum signifikant deutlicher als Klienten, die noch keine Versuche unternommen hatten, das Rauchen zu beenden. Die Anzahl der bereits unternommenen Aufhörversuche stand zudem im Zusammenhang mit den Drop-out-Raten: Mit sinkender Anzahl der bisherigen Aufhöversuche nahm auch die Drop-out-Rate ab. Bezüglich der Anzahl der bisherigen Aufhörversuche, des Einstiegsalters beim Rauchen, der als Raucher verbrachten Jahre, der bisherigen Konsumhöhe und der Art der Abhängigkeit (körperlich versus psychisch abhängig gemäß dem FTND) ergaben sich keine signifikanten Unterschiede zwischen bei der Katamnese abstinenten und nicht abstinenten Probanden. Dieses Ergebnis entspricht zwar nicht der Hypothese und bisherigen Untersuchungen zu diesem Bereich, ist jedoch erfreulich insofern, als es belegt, dass das vorliegende Programm auch bei starken Rauchern mit einer deutlich ausgeprägten körperlichen Abhängigkeit erfolgreich ist. Der Vergleich des Behandlungserfolgs über alle demographischen Variablen hinweg ergab zudem keine Unterschiede der Abstinenzraten: Das Programm scheint demnach gleichermaßen unabhängig von Alter, Geschlecht, Familienstand, Schulabschluß, Berufsausbildung und Erwerbstätigkeit für die unterschiedlichsten Personen geeignet zu sein. Zur erlebten allgemeinen Veränderung (erhoben mit dem VEV) im Verlauf der Behandlung und der Frage, ob Klienten Rituale entwickelt haben, um sich vom Rauchen abzuhalten, ergaben sich folgende Ergebnisse: 82 Prozent der bei der Katamnese abstinenten Teilnehmer hatten Rituale oder spezielle, für sie hilfreiche Verhaltensweisen entwickelt, aber nur 18 Prozent der nicht Abstinenten. Dieses Ergebnis unterstreicht, wie wichtig es ist, Klienten im Therapieverlauf immer wieder zu ermuntern, eigene Rituale zur Bewältigung des Rauchwunsches zu entwickeln. Keine Unterschiede im Behandlungserfolg zeigten sich in Abhängigkeit von der jeweils behandelnden Therapeutin. Die guten Behandlungsergebnisse scheinen demnach nicht auf der gelegentlich in der Literatur (zum Beispiel Gerl in Revenstorf & Peter, 2001) erwähnten Tatsache zu beruhen, dass immer wieder einzelne Therapeuten hervorragende Ergebnisse erzielen, sondern läßt zumindest vermuten, dass diese eher auf den Qualitäten des Programms an sich beruhen. Interressant waren auch die Ergebnisse bezüglich psychischer Symptombelastung (Erhebungsinstrument: SCL-90-R), Ärgerausdruck (Erhebungsinstrument: STAXI) und Depression (Erhebungsinstrument: ADS): Im SCL-90-R hatten bei der Katamnese abstinente Teilnehmer in der Messung bei Behandlungsbeginn signifikant geringere Werte in den Skalen Depression, Ängstlichkeit, phobischer Angst und globaler psychischer Belastung als später nicht abstinente Teilnehmer. Im STAXI wurde außerdem bei den Abstinenten ein signifikant niedrigerer Wert in der Ärger-Dispositions-Skala im Vergleich zu den nicht Abstinenten festgestellt; und zwar sowohl bei Behandlungsbeginn als auch bei der Katamnese: Die abstinenten Klienten erfuhren also weniger Ärger und fühlten sich seltener ungerecht behandelt oder frustriert. Auch in der Ärger-Reaktions-Skala des STAXI wurde in der Katamnesemessung bei den Abstinenten ein signifikant niedrigerer Wert erhoben, während sich bei der Messung zu Behandlungsbeginn hier noch keine Unterschiede gezeigt hatten. Bei der Katamnese waren demnach abstinente Personen weniger empfindlich gegenüber Kritik und Abwertung als nicht abstinente, während sie sich zu Behandlungsbeginn nicht von letzteren unterschieden hatten. Sehr interessant war auch folgendes Ergebnis: In der Ärger-Zustands-Skala gaben die Abstinenten bei der Katamnese signifikant intensivere Ärgergefühle im Vergleich zum Behandlungsbeginn an, was bei den nicht Abstinenten nicht der Fall war. Dies könnte so interpretiert werden, dass nach dem Wegfall des Rauchens als Mittel, erlebten Ärger zu dämpfen, dessen erlebte Intensität deutlich ansteigt, während diese sich bei denjenigen, die ihre Wut sich sozusagen weiterhin in Rauch auflösen lassen, gleich bleibt. Beim Vergleich mit der Eichstichprobe des STAXIs ergaben sich folgende Ergebnisse: Zum Meßzeitpunkt bei Behandlungsbeginn hatten die hier behandelten Personen, und zwar insbesonders die später nicht Abstinenten, ebenso Frauen, signifikant höhere Mittelwerte in der Ärger-Reaktions-Skala als die Eichstichprobe. Diese Klienten waren demnach gegenüber Kritik, wahrgenommener Ablehnung und negativer Bewertung durch andere besonders empfindlich und erlebten unter solchen Umständen intensive Ärgergefühle. Gleichzeitig hatten die Probanden signifikant höhere Werte als die Eichstichprobe in der Ärgerkontroll-Skala, hier waren insbesonders Männer und die später Abstinenten betroffen. Dieser Personenkreis wendete demnach viel Energie zur Steuerung und Kontrolle von Emotionen in ärgerprovozierenden Situationen auf. Da Ärgerkontrolle eine in hohem Maße sozial erwünschte Verhaltensweise darstellt, könnte diese Kontrolle im Extremfall auch zu Passivität, Rückzug und Depression führen. Dies trifft hier möglicherweise besonders zu, da die Probanden gleichzeitig hohe Werte in der Ärger-Reaktions-Skala aufweisen. Bei der Katamnesemessung hatten sich die oben beschriebenen Befunde bezüglich des Umgangs mit Ärgergefühlen verändert: In der Ärgerreaktions-Skala zeigten sich nun nur noch für abstinente Personen ein diesmal jedoch deutlich erhöhter Mittelwert. In der Ärger-Kontrollskala hatten die Männer signifikant niedrigere Werte als die Eichstichprobe, schienen Ärgergefühle nun also weniger zu kontrollieren. Nur die Frauen dagegen hatten extrem hohe Werte in der Skala für nach innen gerichteten Ärger. Sie erlebten demnach zwar oft Ärger, zeigten dies aber nicht nach außen, sondern unterdrückten die Ärgergefühle, anstatt sie physisch oder verbal abzureagieren. Dementsprechend hatten die Frauen bei der Katamnese außerdem signifikant niedrigere Werte als die Eichstichprobe in der Skala für nach außen gerichteten Ärger. Sie äußerten demnach ihren Ärger gegenüber anderen Personen oder Objekten seltener in aggressiver Weise, was wiederum im Zusammenhang mit den hohen Werten in der Skala für nach innen gerichteten Ärger als bedenklich bewertet werden könnte. Darüber, wie diese Vielzahl an Einzelergebnissen zum Umgang mit Ärger zu deuten sind, kann nur spekuliert werden. Um verläßliche Aussagen machen zu können, wären weitere Forschungsarbeiten wünschenswert. Festzuhalten bleibt jedoch, dass es signifikante Unterschiede in der Art der Ärgerverarbeitung zwischen den hier untersuchten Rauchern und der Eichstichprobe, innerhalb der Klientenstichprobe zwischen Männern und Frauen sowie zwischen den bei der Katamnese abstinenten und nicht abstinenten Teilnehmern zu geben scheint. Lediglich in der Ärger-Temperaments-Skala (einem Indikator für Impulsivität und das Erleben von Ärger bei bereits geringer Provokation) gab es weder innerhalb der Klientenstichprobe noch im Vergleich mit der Eichstichprobe signifikante Unterschiede. Es erscheint daher notwendig, in der therapeutischen Arbeit im Raucherentwöhnungssektor verstärkt auch den Umgang mit aggressiven Gefühlen zu thematisieren, da das Rauchen – unter Umständen in Ermangelung anderer Bewältigungsstrategien – eingesetzt wird, um Ärger und Wut leichter steuern zu können. Überraschenderweise, und konträr zur diesbezüglichen Hypothese konnten keine Zusammenhänge zwischen Depressiviät, erhoben mit der ADS, und dem Behandlungserfolg aufgezeigt werden. 9. 2 Methodische Mängel Die vorliegende Studie erfüllt alle eingangs aufgeführten Kriterien für methodische Standards bei Raucherentwöhungsstudien bis auf eines: Die randomisierte Zuteilung der Klienten zur Experimental- beziehungsweise Kontrollgruppe. Eine Randomisierung war zunächst zwar vorgesehen, erwies sich aber unter praktischen Gesichtspunkten als nicht möglich: Zur Aquise waren zunächst, ohne spezifische Angaben zu machen, über Pressenotizen Raucherentwöhnungskurse angeboten worden. Nach der telephonischen Anfrage der Interessenten sollten die Probanden nach Alter, Geschlecht und Rauchverhalten parallelisiert und der Experimental- beziehungsweise Kontrollgruppe zugeordnet werden. Erst im Anschluß an die Gruppenzuordnung sollten die potentiellen Teilnehmer Briefe erhalten, in welchen Art und Dauer der Behandlung detaillierter beschrieben werden sollten. Dieses methodisch korrekte Vorgehen erwies sich jedoch als nicht durchführbar; das unspezifische Angebot einer nicht näher beschriebenen Art von Raucherentwöhnung stieß nur auf sehr mäßiges Interesse; eine genügend große Stichprobe auf diesem Weg zu rekrutieren wäre innerhalb der zur Verfügung stehenden Zeit unmöglich gewesen. Daher war es für die Durchführung der Studie notwendig, getrennte Pressenotizen für Experimental- beziehungsweise Kontrollgruppen zu veröffentlichen; die Resonanz stieg daraufhin merklich an. Das methodische Manko dieser fehlenden Randomisierung wird teilweise jedoch dadurch ausgeglichen, daß die beiden Gruppen sich in keinem der erhobenen Parameter unterschieden. Ein weiterer – unter methodischem Aspekt – nicht optimal gelöster Punkt war die im Vergleich zur Experimentalgruppe kleinere Stichprobe in der Kontrollgruppenbedingung: Die Gründe für diese Ungleichverteilung wurden bereits unter 7. 2. 2 diskutiert. 9. 3 Zusammenfassung und AusblickDie vorliegende Studie weist vielfältige
Implikatioen für die therapeutische Arbeit im Raucherentwöhnungssektor
auf: Die Überlegenheit der ressourcenorientierten Hypnotherapie
gegenüber der Nikotinpflasterbehandlung mit verhaltenstherapeutischen
Elementen konnte ebenso belegt werden wie die die nahezu gleichen Erfolgsraten
im Einzelsetting gegenüber der ökonomisch effizienteren
Gruppenbehandlung. Wichtig ist hierbei auch, dass sich das Programm
unabhängig von demographischen Variablen der Klienten oder deren vorherigem
Rauchverhalten als gleichbleibend wirksam erwies, und auch kein Zusammenhang zur
Person der behandelnden Therapeutin hergestellt werden
konnte.
Wichtige Hinweise gab die Studie zudem für das konkrete therapeutische Vorgehen: Sowohl die Angaben der Klienten zu den Situationen, in denen sie rückfällig wurden, als auch die Ergebnisse zum Umgang mit Ärger im STAXI belegen die Notwendigeit, zur Rückfallprophylaxe in der Raucherentwöhnung nicht nur die „gängigen“ Anlässe für Rückfälle bei geselligen Anlässen in Verbindung mit Alkoholgenuß oder aufgrund der Gewichtszunahme nach dem Rauchstop zu bearbeiten, sondern auch Elemente wie Stressbewältigung und insbesonders den Umgang mit aggressiven Gefühlen. Wesentlich erscheint es zudem, Klienten zu ermutigen, eigene Rituale im Umgang mit dem Rauchwunsch zu entwickeln und anzuwenden. Inkonsistent mit bisherigen Forschungsarbeiten waren die Befunde zur Nikotinpflasterverwendung: In der vorliegenden Studie ließen sich keine positiven Effekte nachweisen; für eine abschließende Beurteilung sollten jedoch weitere Forschungsergebnisse abgewartet werden. Ein für die Hypnoseforschung wichtiges Ergebnis dieser Studie ist die Tatsache, dass mit der vorliegenden Arbeit eine umfassende und methodisch so weitgehend korrekte Überprüfung der Wirksamkeit von Hypnotherapie vorgenommen wurde, wie es innerhalb der übergeordneten ethischen Prinzipien möglich war. Dabei wurden eindeutig positive Effekte der Hypnose auf den Behandlungserfolg nachgewiesen. Um diese Ergebnisse weiter zu untermauern und damit im Sinne der erwähnten Prinzipien von Chambless und Hollon (1998) Hypnose bei Nikotinabusus zu den erwiesenermaßen effektiv und spezifisch wirksamen Verfahren zählen zu können, sind weitere methodisch einwandfreie Studien in diesem Sektor notwendig und wünschenswert. „Dass sie dennoch und immer noch an Dämonen glauben – sozusagen an andere, tiefer hinter den Dingen zurück gezogene Dämonen – ist mir auch klar. Selbst Herr Shi-shmi glaubt an sie. Er bringt ständig kleine Brandopfer dar. Die Brandopfer bestehen aus kleinen weißen Röllchen, die er in den Mund steckt und – erschrick nicht – anzündet ... wie ein Feuerschlucker. Aber die Röllchen brennen nicht, sie glimmen nur, rauchen und stinken ziemlich. Trotz scharfer Beobachtung konnte ich keinen Sinn in diesen verglimmenden Röllchen erkennen. (...) Es muß also eine kultische Handlung sein. Herr Shi-shmi beweist übrigens eine halsbrecherische und schon geradezu asketische Fertigkeit im Darbringen dieser Brandopfer. Bis das Röllchen nahe an seinen Mund herangekommen ist, behält er es im Mund, erst wenn es so klein ist, wie mein kleinstes Fingerglied, hört er damit auf. Dann scheint auch der Zauber (eine Bann-Beschwörung?), an die er ziemlich fest glaubt, verflogen zu sein, denn den Rest des Röllchens wirft er achtlos weg. Etwa alle halbe Stunde – habe ich beobachtet – bringt Herr Shi-shmi so ein Rauchopfer dar. Nie vergißt er es. Er führt stets ein Päckchen mit solchen Röllchen mit sich, und in der Wohnung bewahrt er einen größeren Vorrat auf.“ (Herbert Rosendorfer, Briefe in die chinesische Vergangenheit) Anschrift der
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